Kybernetik at its best
Was ein Holzstapel mit guter Organisation zu tun hat
Mai 2026
Es sieht so einfach aus: Ein Stapel Holzscheite, ordentlich aufgeschichtet. Doch wer schon einmal versucht hat, einen stabilen Holzstapel zu bauen, weiss: Es steckt mehr dahinter, als man denkt. Jedes Scheit muss richtig liegen. Die Kräfte müssen sich ausbalancieren. Und selbst kleine Anpassungen können darüber entscheiden, ob der Stapel hält – oder bei einem leichten Windstoss in sich zusammenfällt. Und jetzt die Überraschung: Genau so funktionieren auch Organisationen.
Kybernetik: Die Kunst, Systeme stabil zu halten
Die Kybernetik – die Wissenschaft von der Steuerung und Regulation von Systemen – zeigt uns, warum das so ist. Sie erklärt, wie komplexe Systeme (ob Holzstapel oder Unternehmen) sich selbst stabilisieren, indem sie auf Veränderungen reagieren, Rückmeldungen nutzen und sich kontinuierlich anpassen. Ein Holzstapel „funktioniert“, weil:
- Jedes Element seinen Platz hat – und nicht einfach irgendwo liegt.
- Kräfte sich ausgleichen – kein Scheit trägt zu viel oder zu wenig.
- Kleine Anpassungen grosse Wirkung haben – ein falsch platziertes Stück kann den ganzen Stapel zum Wanken bringen.
Fehlt dieses Gleichgewicht, kippt der Stapel. Und genau das passiert auch in Organisationen, wenn die Grundprinzipien der Kybernetik ignoriert werden.
Organisationen: Lebendige Systeme im Gleichgewicht
Eine Organisation ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendiges System aus Menschen, Prozessen und Beziehungen. Und genau wie beim Holzstapel gilt:
- Stabilität entsteht nicht durch starre Kontrolle, sondern durch klare Strukturen und kontinuierliche Anpassung
- Rückkopplung ist entscheidend – wenn etwas nicht funktioniert, muss das System darauf reagieren können
- Kleine Änderungen können grosse Auswirkungen haben – eine unklare Verantwortlichkeit hier, ein ineffizienter Prozess dort, und plötzlich wackelt das ganze Gebilde
Oder wie der Kybernetiker Stafford Beer es ausgedrückt hätte: „Eine Organisation ist nur dann lebensfähig, wenn sie in der Lage ist, sich selbst zu steuern – und das erfordert klare Strukturen, transparente Informationen und die Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren.“
Warum Organisieren kein Hobby ist
Ein Holzstapel hält nicht, weil er perfekt ist. Sondern weil er im Zusammenspiel funktioniert. Und genau das ist die Kunst des Organisierens:
- Erfahrung und Expertise sind nötig, um zu erkennen, wo Anpassungen nötig sind
- Systemdenken hilft, die Zusammenhänge zu verstehen – und nicht nur einzelne Teile zu betrachten
- Kontinuierliche Rückkopplung sorgt dafür, dass die Organisation sich weiterentwickelt und an neue Herausforderungen anpasst
Eine gut aufgebaute Organisation hält Sturm, Gewitter und Sonnenschein aus – genau wie ein gut gebauter Holzstapel. Aber sie entsteht nicht von allein. Sie erfordert Bewusstsein, Planung und die Bereitschaft, sich immer wieder neu auszurichten.
Die Frage, die du dir stellen solltest
- Wenn deine Organisation ein Holzstapel wäre: Würde er halten?
- Wo fehlen bei deiner Organisation die Rückkopplungsschleifen, um dein System stabil zu halten?
- Wo sind die Kräfte unausgeglichen – und wo braucht es Anpassungen?
- Wie kannst du sicherstellen, dass sich deine Organisation selbst reguliert – und nicht bei der ersten Herausforderung ins Wanken gerät?
Fazit: Organisieren ist keine Nebensache. Es ist die Kunst, Systeme so aufzubauen, dass sie stabil bleiben – egal, was kommt. Und das braucht mehr als nur gute Absichten. Es braucht Kybernetisches Denken, Erfahrung und den Willen, kontinuierlich zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Am besten, mit einer selbstlernenden Organisation.
Interessiert, wie du deine Organisation, dein Team, dein Projekt fit für die Zukunft aufstellen kannst? Mit dir im Lead? Dann melde dich gerne bei bettina.freihofer@mitplan.ch für ein unverbindlicher Austausch.
Text: Bettina Freihofer
Bettina Freihofer Estrada begleitet Organisationen dabei, kybernetische Prinzipien in die Praxis umzusetzen – für mehr Stabilität, Anpassungsfähigkeit und langfristigen Erfolg.

